Gesichtschirurgie

Gesichtschirurgie – Infos zum Thema Gesichtschirurgie

Gesichtschirurgie – Plastische Gesichtschirurgie - Einleitung

Die plastische Chirurgie (auch plastisch-ästhetische Chirurgie) hat sich aus den Wurzeln der Wiederherstellungschirurgie entwickelt. Besonders die operative Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde muss sich in großem Maße mit den rekonstruktiven Problemen nach Entstellungen des Gesichts durch Tumore oder Unfälle beschäftigen. Nach wie vor stellen diese plastischen Operationen höchste Ansprüche an den Chirurgen. Die besonderen Kenntnisse der Kopf- und Halsanatomie kommen den Erfordernissen der plastisch-ästhetischen Chirurgie in besonderem Maße entgegen. Die Qualifikationen "Plastische Operationen" und "Spezielle Hals-Nasen-Ohrenchirurgie" werden von den Landesärztekammern nach Erfüllung standardisierter Kriterien und einer Prüfung erteilt.

Die rasante Entwicklung der Medizin mit den zunehmenden Subspezialisierungen ist für den Patienten zu einem undurchdringlichen Dschungel geworden, in dem Orientierungen nur schwer möglich sind

Gesichtschirurgie – Nasenchirurgie

Funktionell-ästhetische Korrekturen der Nase

Eingriffe an der äußeren Nasenform können in besonderem Maße den Gesichtsausdruck beeinflussen und verändern. Ziel der Operation ist es ein harmonisches Resultat zu erreichen unter Berücksichtigung der individuellen Physiognomie. Es ist deshalb vorab sorgfältig zu klären welche Teilaspekte der Nase verändert werden müssen. Prinzipiell stehen zwei operative Optionen zur Disposition, die jedoch je nach Bedarf noch zusätzlich variiert werden können: die offene und die geschlossene Rhinoplastik. Bei ersterer ist die Korrektur der äußeren Nase ohne sichtbaren Schnitt möglich, bei letzterer muss ein kleiner Schnitt am Nasensteg durchgeführt werden. Dies ist besonders bei Maßnahmen an der Nasenspitze notwendig, Veränderungen am knöchernen Gerüst können weitgehend in geschlossener Technik operiert werden.

Die Nasenchirurgie ist aus unserer Sicht der anspruchsvollste Bereich der plastischen Gesichtschirurgie. Maßnahmen am äußeren Nasengerüst haben durch Veränderungen des Naseninnenraums, der Knorpelanstellwinkel und des Luftstromes vielfältigen Einfluss auf die Funktion der inneren Nase. Die individuelle Anatomie des Nasennebenhöhlensytems kann durch Veränderungen der Nasenhaupthöhle zu gravierenden funktionellen Beeinträchtigungen, wie z.B. chronischen Nebenhöhlenentzündungen führen. Die Beschaffenheit der Nasenschleimhaut ist von großer Bedeutung für die Operationsplanung. Zudem können sich diese Funktionänderungen auch erst zeitversetzt manifestieren. Damit sind zahlreiche Dimensionen zu berücksichtigen, die sich teils direkt, teils indirekt bedingen.

Wir planen eine Nasenoperation von "innen nach außen". Vergleichbar mit dem Bau eines Hauses muss die Statik stimmen, um ein sicheres Dach zu konstruieren. Die Stütze des Nasengerüstes, die Nasenscheidewand, bedarf häufig gezielter Veränderungen, um ein optisch ansprechendes Ergebnis von Nasenrücken oder Nasenspitze zu erzielen. Es ist teilweise möglich, trotz mangelnder Beachtung dieses Prinzips ein vorübergehend befriedigendes Ergebnis zu erhalten, die Schwächen werden allerdings über die Langzeitbeobachtung offenbar. Wir halten daher den Begriff der ästhetischen oder kosmetischen Nasenchirurgie für irreführend. Tatsächlich kann nur eine funktionelle Nasenchirurgie dauerhafte ästhetische Ergebnisse erzielen. Mit dem Begriff der funktionell-ästhetischen Nasenchirurgie sehen wir unser operatives Konzept am treffendsten beschrieben, besonders um hervorzuheben, dass die Funktion Ausgangspunkt sämtlicher Operationsplanungen ist.

Gesichtschirurgie – Korrektur der Ohren bzw. der Ohrmuschel

Die Ohrmuschel ist eine einzigartige Konstruktion der Natur in ihrer individuellen Schönheit. Die subtilen Falten und Formen prägen in zurückhaltender aber unverwechselbarer Weise den Ausdruck des Gesichtes. Anlagebedingte Entwicklungen können zu verschiedensten Veränderungen des Ohrmuschelskeletts führen, die in unterschiedlichem Maße den Anspruch unseres ästhetischen Empfindens nicht erfüllt, z.B. abstehende Ohrmuscheln, Knickohren oder eine mangelnde Ausprägung der sogenannten Anthelixfalten. Die plastische Chirurgie hat vielfältige Möglichkeiten dieses Schmuckstück der Natur wieder zur Geltung zu bringen.

Ziel der Ohrenoperation ist es, ein möglichst natürliches, "unoperiertes Ohr" zu erhalten. Aus unserer Sicht hat sich dafür eine spezielle Operationstechnik bewährt, die sogenannte modifizierte Technik nach Moustardé. Diese Vorgehensweise basiert auf einem Hautschnitt in der hinteren Ohrfalte mit Knorpelentfernung, Ritzschnitten und zurückgreifenden Nähten. Auf diese Weise kann sehr schonend ein hervorragendes Ergebnis erzielt werden.

Der ambulante Eingriff kann in allgemeiner oder lokaler Narkose durchgeführt werden. Anschließend muss lediglich für eine Woche ein zirkulärer Ohrverband getragen werden, der anschließend für weitere zwei Wochen durch ein Stirnband ersetzt wird.

Gesichtschirurgie – Ästhetische Korrektur der Augenlider

Die nachlassende Elastizität der Haut und der Unterhaut sowie der Vorfall von Fett können Hängelider oder Schlupflider verursachen. Diese Veränderungen kann man jedoch sehr gut durch die Technik der Unterlid- bzw. der Oberlidplastik korrigieren. Dabei wird zum Teil überschüssige Haut mitsamt dem prolabierten Fett entfernt, zum Teil wird nur Fett durch einen innerhalb der Bindehaut liegenden Schnitt entfernt und in anderen Fällen kann sogar eine Fettpolsterung im Rahmen eines subtilen Liposculpturing notwendig werden.

Ein besonders schonendes, nicht invasives Verfahren zur Behandlung der Tränensäcke der Unterlider ist die Injektionslipolyse. Ein Schnitt ist hierbei nicht notwendig, das Fett wird durch Einbringen der Substanz Phospatidylcholin weggeschmolzen (Lipomelting).Dieser Prozess nimmt 6 bis 8 Wochen in Anspruch und sollte unter Umständen ein bis zweimal wiederholt werden.

Gesichtschirurgie – Lifting von Gesicht und Hals

Die ersten Gesichts- und Halsstraffungen wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchgeführt. Damals bestanden die Techniken im wesentlichen in der Straffung und Entfernung überschüssiger Hautareale.

"State of the art" heutzutage ist die Präparation des sogenannten "SMAS", eines Muskel-Bindegewebslappens, der relativ locker fixiert wird und dadurch nicht nur die Falten strafft sondern dem Gesicht auch die Dynamik und Lebendigkeit erhält. Die Schnitte werden so gelegt, dass sie in der Haarlinie verschwinden und in den schon bestehenden Hautfalten verlaufen. Der Eingriff erfolgt im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose und erfordert einen ein- bis zweitägigen stationären Aufenthalt.

Gesichtschirurgie – Stirnlifting

Das Zurückweichen der Haargrenze, die vermehrte Stirnfaltenbildung, das Absinken der Augenbrauen kann eine Stirnstraffung notwendig werden lassen. Insbesonders beim Herabsinken der Augenbrauen und einem Hautüberschuß der Oberlider ist zu prüfen, ob eine isolierte Oberlidraffung ausreicht oder ob diese mit einem Stirnlift kombiniert werden muss.

Wir führen zwei unterschiedliche Methoden zum Liften der Stirn durch, deren jeweilige Anwendbarkeit sich an den individuellen Gegebenheiten misst:

1. Endoskopisches Stirnlifting

Hierbei wird über kleine Schnitte innerhalb der Haarlinie die Stirn unter endoskopischer Führung gelöst, gestrafft und fixiert. Die Operation wird optisch durch eine endoskopische Kamera kontrolliert.

2. Offenes Stirnlifting (Hairline incision)

Hierbei wird über einen Schnitt innerhalb der Haargrenze die Stirn mobilisiert, gestrafft und nach Entfernung überschüssiger Hautareale wieder vernäht.

Der Eingriff erfordert im allgemeinen einen zweitägigen stationären Aufenthalt und wird im Dämmerschlaf oder in Allgemeinnarkose durchgeführt.

Gesichtschirurgie –Liposculpturing für Gesicht und Hals

Die Struktur unseres Körpers erfährt im Laufe der Jahre stetige Veränderungen. Gesicht und Hals sind die exponiertesten Regionen und damit am augenfälligsten für die physiologischen Prozesse des Alterns. Diese stellen sich individuell unterschiedlich dar, gemeinsam sind allen Veränderungen des Unterhautfettgewebes in seinem Volumen oder seiner Verteilung. Dies kann sich in einem zuviel oder zuwenig an Fett äußern, in ausgeprägten Falten oder in störenden Fettpolstern.

Die Technik des Liposculpturing bedient sich der klassischen Liposuction (Fettabsaugung) als auch des autologen Lipotransfers, mit dem durch die gezielte Reimplantation des Eigenfetts Falten und Furchen wiederaufgefüllt und die Kontur des Gesichts wieder geglättet werden können. Diese außerordentlich schonende Methode kann das Facelift ersetzen oder es zumindest hinauszögern. Die verschiedenen Techniken können und müssen teilweise kombiniert werden, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Injektions-Lipolyse

Die Injektionslipolyse, umgangsprachlich auch "Fett-Weg-Spritze" genannt, ist eine Behandlungsmethode, mit welcher überschüssige Fettansammlungen durch Injektionen abgeschmolzen und dem Stoffwechsel zugeführt werden können. In Brasilien wird diese Methode seit gut 10 Jahren bei Patienten zur Behandlung der fettbedingten Tränensäcke am Unterlid mit großem Erfolg eingesetzt. Auch in Europa haben Ärzte, die in der Methode der Injektionslipolyse von Experten instruiert worden sind, an Tausenden von Patienten sehr erfolgreiche Behandlungsergebnisse vorzuweisen. Die Therapie stellt eine minimal-invasive Methode zur ästhetischen Konturierung von Gesichts- und Körperformen dar.

Behandelbare Regionen sind:

Gesichtsbereich

  • Doppelkinn
  • Tränensäcke
  • Wangen

Körper

  • Oberschenkel innen und außen
  • "Reiterhosen"
  • unteres Gesäß bzw. Oberschenkelübergang
  • "Love-Handles", Taillien-Fettpolster
  • Hüften
  • Ober- und Unterbauch
  • Oberarme
  • Fettwulste an Schulter/Arm-Gelenken
  • Knie, oberhalb und Innenseite der Kniescheibe
  • Rücken

Cellulite

  • Oberschenkel

Die verwendete Substanz, Phosphatidylcholin, ist ein Naturstoff, der aus der Sojabohne gewonnen wird. Direkt in die unerwünschten Fettpolster injiziert bewirkt sie eine Auflösung der Speicherfette zu Fetttröpfchen, die über die Blutbahn der Leber zugeleitet und dort als Gallensäuren ausgeschieden werden können.

Durch verbesserte moderne Behandlungsstrategien sind oft zwei Behandlungssitzungen im Abstand von 6-8 Wochen ausreichend, um ein befriedigendes kosmetisches Ergebnis zu erzielen. Die Behandlung erfolgt ambulant und beeinträchtigt auch die Arbeitsfähigkeit in der Regel nicht. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Fettzellen der behandelten Regionen dauerhaft zerstört werden. Wie bei der Fettabsaugung kommt es somit zu einer anhaltenden Reduktion des Fettgewebes.